Die aktuelle Situation in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) war vorhersehbar.
Trotz des atemberaubenden Aufstiegs der letzten 20 Jahre wurde eine fundamentale Herausforderung übersehen – oder proaktiv ignoriert.
Nachfolgend beschreibe ich den verschwiegenen Konflikt und seine Folgen.
Geografie als Schicksal
Geografie hat schon immer eine bestimmende Rolle in der Geopolitik gespielt. Ozeane, Gebirge, Flüsse und Wüsten verliehen Ländern natürlichen Schutz gegen begehrliche Nachbarn.
Die Emirate schienen sicher: Die endlose Wüste im Hinterland, der Persische Golf vor der Tür.
Doch genau dort liegt die Bruchstelle.
Am gegenüberliegenden Ufer liegt das ehemalige Persien, die heutige Islamische Republik Iran – ein autoritärer Gottesstaat.

Den strenggläubigen Herrschern in Teheran muss die Entwicklung in den Emiraten, hin zu Weltoffenheit und schierem Luxus, von Anfang an ein Dorn im Auge gewesen sein.
Das Krokodil füttern
Deshalb pflegten die smarten Emirati stets gute Beziehungen zum Iran. Man versuchte sich in Diplomatie und Appeasement.
Sogar die Unterstützung der Hamas durch Katar – eine vom Iran gesteuerte Organisation – wurde im regionalen Gefüge geduldet.
So betrachtet waren die Emirati diejenigen, die das Krokodil fütterten, in der Hoffnung, als Letzte gefressen zu werden.
Nicht anders als zwei US-Präsidenten vor Trump.
Masse gegen Klasse – das Ende der Illusion
Erst die jüngsten Drohnen- und Raketenangriffe auf ihre „muslimischen Brüder“ haben zu einem harten Erwachen geführt.
Wenn die nackten Daten die Armee des Iran wesentlich größer zeigen, so stecken die VAE doch dreimal mehr Mittel in ihre High-Tech-Verteidigung. Ein klares Zeichen, dass man die Bedrohung ernst nimmt.
Doch das ist eine rein defensive Position. Das potenzielle Problem wird dadurch nicht gelöst, sondern auf die lange Bank geschoben, in der Hoffnung, dass ein anderer es löst.
Paradigmenwechsel am Golf
Das komplette Geschäftsmodell der Emirate – Sicherheit und Stabilität als höchstes Gut – ist innerhalb weniger Tage geplatzt.
Ebenso wie das Drehkreuz-Konzept von Emirates und Qatar Airways.
Es könnte Jahrzehnte dauern, diesen Vertrauensschaden zu beheben.
Lektion gelernt – kein Schwarzer Schwan
War das ein Schwarzer-Schwan-Event? Ich glaube nicht.
Für die mit etwas Fantasie und Analyse war ein solches Szenario nie ausgeschlossen.
Neben den Emiraten selbst trifft es die Unternehmer aus aller Welt, die sich von Influencern und Bling-bling haben täuschen lassen.
Lehrgeld bezahlt und hoffentlich überlebt.
Wohin
Das ist die Frage, nachdem der ursprüngliche Plan B nun mit lautem Knall geplatzt ist.
Warum der Persische Golf brennt, während ein anderer Kanal weltweit an Bedeutung gewinnt, habe ich hier bereits analysiert.
Liken und folgen, damit mehr Betroffene oder solche, die es anderswo werden wollen, rechtzeitig umsteuern können.